Pfelder
Brück von hinten

Pfelder, Kunstpflug

Pfelder, Kunstpflug

Ort: Straße des Friedens 113, Brück

Das Grundstück in der Strasse des Friedens Nr. 113 ist die einzige Lücke in der geschlossenen Häuserreihe in Brück. Nicht abgezäunt und passiebar bis nach hinten auf einen kleinen Sandweg. Mich interessiert dieses freie Grundstück als Lücke in Brück, also als Zwischen-Raum und dem ihm inneliegenden Potential. Mich interessiert aber vor allem auch der Weg über dieses Grundstück nach hinten zum kleinen Sandweg, der dann einen Blick von hinten auf Brück erlaubt, den sonst kaum einer kennt. Man gelangt sonst nicht hinter die geschlossenen Häuserfassaden und weiß nichts von den langen schönen Gärten dahinter. Die Vorderfront des Garten ist mit einer Gardine zugehängt. Die Besucher können durch diese Gardine hindurchtreten und kommen so in das verborgen dahinterliegende Private, in den Garten. Dort befinden sich zwei 100 m lange Wäscheleinen, die einen Gang durch den Garten markieren und an denen Bettlaken und Bezüge hängen. Auf diesen Laken findet der Besucher  Fotos von 36 Brücker Gärten aus der Strasse des Friedens. 36 Einblicke in das Private, in das hinter den Fassaden stattfindende Leben. Die Besucher können nach ihrem Gang durch den Garten den kleinen Weg an der Rückseite von Brück entlang zurückspazieren. Hier haben sie Einblick in die Gärten und kommen auf diesem Weg auch an diversen Neubauten vorbei, die sonst für den durch Brück Reisenden nicht sichtbar sind.

Statement: Meine künstlerische Haltung und Arbeit beinhaltet, bestimmten Räumen oder Orten eine adäquate Neu-, Um,  oder überhaupt Nutzung zuzuführen, sie neu zu definieren. „Wir müssen uns zeitigen und räumlichen.“, ein Zitat aus Franz Xaver Baiers philosophischem Diskurs „Der Raum“, in dem der gelebte Raum auf konkrete Lebensweisen bezogen und als Medium eines Zustandes propagiert wird, könnte als Basislinie für mein Wirken gelten. In meinen zahlreichen situativen Interventionen im städtischen oder ländlichen Umfeld beschäftige ich mich sehrkonkret mit urbanen und gesellschaftlichen Strukturen. Fragestellungen des öffentlichen Raumes werden aufgegriffen und Öffentlichkeit selbst wird thematisiert. Wichtig ist hierbei der integrative und kommunikative Charakter der Arbeiten.

www.pfelder.de